15. September 2026
Kategorien: Uncategorized
Auswirkungen von Erwartungen über protektionistische US-Handelspolitik für Währungen von Emerging Markets
Am Lehrstuhl für International Monetary Macroeconomics von Jun.-Prof. Dr. Jantke de Boer wurde eine neue Studie veröffentlicht, die die Auswirkungen von Erwartungen über protektionistische Handelspolitik auf Währungen von Emerging Markets untersucht. Die Publikation „Protectionist U.S. trade policies and the cross-section of emerging market currency returns“ entstand gemeinsam mit Stefan Eichler ist im Emerging Markets Review erschienen.
Das Papier untersucht, wie sich die Erwartung einer protektionistischen US-Handelspolitik auf die Wechselkurse von Emerging Markets auswirkt. Hierzu werden hochfrequente Daten rund um die US-Präsidentschaftsdebatten zwischen 1996 und 2016 genutzt, die als exogene Schocks für Veränderungen in den Erwartungen über die zukünftige US-Handelspolitik dienen. Die Ergebnisse zeigen, dass Währungen von Schwellenländern abwerten, wenn der protektionistischere Kandidat eine TV-Debatte für sich entscheidet. Dieser Effekt fällt besonders stark für Länder aus, die einen hohen Anteil ihrer Exporte in die USA liefern.
Darüber hinaus untersucht die Studie, welche makroökonomischen Rahmenbedingungen und wirtschaftspolitischen Instrumente die Anfälligkeit gegenüber protektionistischen Schocks beeinflussen. Große und weniger international verflochtene Finanzmärkte sowie geringere bilaterale Finanzbeziehungen zu den USA können die Auswirkungen solcher Schocks abmildern. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass umfangreiche Devisenreserven, Interventionen am Devisenmarkt und ein aktives Management des Kapitalverkehrs dazu beitragen können, negative Wechselkurseffekte protektionistischer Schocks zu begrenzen.
Link zur Publikation: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1566014126000919