Projekt: Integration durch Selbständigkeit

17.07.2017

Der Lehrstuhl für Makroökonomik arbeitet in Kooperation mit Enactus Ruhr-Universität Bochum, dem Lehrstuhl für Arbeit, Personal und Führung und der Beteiligung Ehrenamtlicher derzeit an dem Projekt „Integration durch Selbständigkeit“.

Ziel dabei ist es, eine Brücke zwischen Flüchtlingen und der Gesellschaft zu schaffen, damit gemeinsam die Zukunft gestaltet werden kann, die wirtschaftlich sowie gesellschaftlich wächst und voranschreitet. Mit verschiedenen Konzepten und Teilprojekten sollen Geflüchtete auf dem Weg in die Selbständigkeit unterstützt werden. Gerade am Anfang kommt es oft zu Startschwierigkeiten und Angebote werden oftmals nicht wahrgenommen. Häufige Gründe dafür sind Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und bürokratische Hürden. Die Vorbereitung für den Weg in die Selbständigkeit erfordert die Beachtung vieler rechtlicher Vorschriften.

Die Metropole Ruhr bietet gute Möglichkeiten, um den Weg in die Selbständigkeit erfolgreich zu bestreiten, da sie sich mehr und mehr zu einem Standort für Gründer und Start-Ups entwickelt.

Hauptziel des Projektes ist die Gestaltung einer funktionierenden Plattform, die die Vernetzung von Kontakten gewährleistet, ein mehrstufiges Mentoring Programm für Geflüchtete anbietet sowie ihnen Beistand auf dem Weg in die Selbständigkeit leistet.

Es haben bereits Workshops mit regionalen Akteuren stattgefunden, bei denen wertvolle Ideen gesammelt werden konnten. Darüber hinaus konnten bereits viele Kontakte zu Geflüchteten mit Interesse an Selbständigkeit sowie zu öffentlichen Einrichtungen, Beratern und Initiativen geknüpft werden. Gerne möchte wir daran anknüpfen. Der nächste Workshop soll dazu dienen, eine Plattform zu bieten, auf der sich durch Best Practice–Vorträge und Diskussionsrunden, Interessierte über Erfahrungen, Aktivitäten, Förderungsmaßnahmen und Chancen für die Integration durch Selbständigkeit austauschen können.

Foto Integrationsprojekt


Die ersten beiden Teilprojekte befassen sich mit der Entwicklung einer Internetplattform und eines Videokonzepts. Ersteres soll einen gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und die Vernetzung einzelner Projekte zur Unterstützung von Geflüchteten ermöglichen, sodass Geflüchtete die Möglichkeit haben, Kapazitäten, Bedürfnisse und neu gewonnenes Potenzial zu erkennen und zu nutzen. Ferner soll die Plattform einen Überblick über allgemeine Arbeitsmarktintegrationsmaßnahmen bieten sowie die wesentlichen Schritte hin zur Selbständigkeit darlegen, wie beispielsweise erste Anlaufstellen oder Behördengänge. Die Internetplattform soll ein bundesweites Netzwerk bilden und idealerweise soziale Projekte, Ehrenamtliche und Unternehmen mit Geflüchteten zusammenführen, sodass der Integrationsprozess effizienter und einfacher gestaltet werden kann. Ein individuelles Angebot kann mit nur wenigen Klicks unterbreitet werden. Die Plattform befindet sich im Aufbau, erste Texte in verschiedenen Sprachen wurden eingestellt.

Das Videokonzept, das im Rahmen des inSTUDIESplus-Teilprojektes „Zuwanderung und Arbeitsmarktintegration“ (http://www.aup.ruhr-uni-bochum.de/aup/forschung/projekte/instudies1016-1220.html.de) erstellt wurde, befasst sich mit einem e-Learning-Konzept. In einem interaktiven Lernumfeld können die Geflüchteten mithilfe von Videos, einem Glossar und Multiple Choice-Tests bei ihren ersten Schritten auf dem Weg in die Selbständigkeit begleitet werden. Dabei sind die Untertitel der Videos in unterschiedlichen Sprachen verfügbar: arabisch, persisch, französisch und englisch. Um die zentralen Probleme eines derartigen Konzeptes herauszuarbeiten, wurden bereits Interviews mit der Wirtschaftsförderung Bochum und der Existenzgründerberatung der Starter Base Ruhr geführt. Darüber hinaus konnten wir die wesentlichen Erfolgsfaktoren und Hürden identifizieren, indem wir mit zwei Geflüchteten gesprochen haben, die sich in der Metropole Ruhr erfolgreich selbstständig gemacht haben. Zudem konnten wir dadurch erfahren, welche Hilfe sie sich auf dem Weg in die Selbständigkeit gewünscht hätten und bauen diese Informationen in unser e-Learning Konzept ein.

Um die Zusammenarbeit möglichst effizient zu gestalten und einen regen Austausch zu ermöglichen, finden wöchentliche Treffen der Projektteilnehmer statt. Wir freuen uns immer über Leute, die an unserer Thematik interessiert sind und bei dem Projekt mitwirken wollen! Gerne können Sie sich unter folgender E-Mail-Adresse melden: mak@rub.de