Ernst Zander-Preis 2016

11.05.2016

Am 9.5.2016 wurde der Ernst Zander-Preis 2016 an der Ruhr-Universität Bochum vergeben.

Durch diesen von Herrn Prof. Dr. Ernst Zander gestifteten Preis werden alljährlich herausragende wissenschaftliche Leistungen (vorrangig Dissertationen) aus allen Fakultäten der Ruhr-Universität, insbesondere aus den Fakultäten für Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft und Ingenieurwissenschaft ausgezeichnet. Die Auswahl der preiswürdigen Arbeiten erfolgt -auf Vorschlag des Instituts für Unternehmensführung (ifu) der Ruhr-Universität Bochum- durch den Vorstand der Alwin Reemtsma-Stiftung.

In diesem Jahr wurde Herr Dr. Maximilian Rowoldt für seine Dissertation „Mechanismen der Corporate Governance – Analysen vor dem Hintergrund der Unternehmenspublizität, des Marktes für Unternehmenskontrolle und der Ausschüttungsbemessung“ (Betreuer: Prof. Dr. Bernhard Pellens) ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Forschungsdekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Herr Prof. Dr. Michael Roos.

Herr Dr. Rowoldt arbeitet nach seiner Tätigkeit am Lehrstuhl für Internationale Unternehmensrechnung von Herrn Prof. Dr. Bernhard Pellens (bis Dezember 2015) als Unternehmensberater für die Boston Consulting Group.

Mechanismen der Corporate Governance – Analysen vor dem Hintergrund der Unternehmenspublizität, des Marktes für Unternehmenskontrolle und der Ausschüttungsbemessung

Aus der Trennung von Unternehmenskontrolle und -eigentum resultieren Interessenkonflikte zwischen der Unternehmensleitung und Anteilseignern. Gemäß dem in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur vielfach diskutierten Prinzipal-Agenten-Ansatz kann die Unternehmensleitung ihren eigenen Nutzen aufgrund unvollständiger Verträge und eines Informationsvorsprungs gegenüber den Anteilseignern auf Kosten der Aktionäre maximieren. Die Mechanismen der Corporate Governance sollen opportunistisches und aktionärsschädigendes Verhalten der Unternehmensleitung durch einen rechtlichen und faktischen Rahmen der Unternehmensüberwachung verhindern. Herr Dr. Rowoldt widmet sich im Rahmen seiner aus fünf in sich geschlossenen Beiträgen bestehenden Arbeit vor diesem Hintergrund der gesetzlichen und freiwilligen Unternehmenspublizität, der Regulierung des Verhaltens von Vorständen im Falle feindlicher Übernahmeangebote sowie der Ausschüttungsbemessung. Unter anderem nutzt er dabei die Fukushima-Katastrophe als natürliches Experiment zur Identifikation eines kausalen Zusammenhangs zwischen freiwilliger Unternehmenspublizität und Informationsasymmetrie an Kapitalmärkten. Des Weiteren widmet sich Herr Dr. Rowoldt der Rolle von Regierungen im Rahmen feindlicher Übernahmen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Regierungen die Offenheit des nationalen Marktes für Unternehmenskontrolle durch das Übernahmerecht beeinflussen können und dabei protektionistischen Motiven folgen. Der resultierende Rechtsrahmen wirkt sich negativ auf die nationale Corporate Governance aus. Auch direkte staatliche Interventionen von Regierungen scheinen protektionistischen Motiven zu folgen.