Geschäftsmodelle für die Industrie 4.0 – Entwicklung eines Instrumentariums für innovative Geschäftsideen

30.06.2017

Das Sales & Marketing Department hat gemeinsam mit weiteren Institutionen ein Instrumentarium zur Entwicklung und Validierung erfolgversprechender Geschäftsmodelle im Bereich der Industrie 4.0 entwickelt. Auch die Überprüfung und Innovation bestehender Geschäftsmodelle ist damit möglich.

Der Wertschöpfungswandel für produzierende Unternehmen und die dadurch entstehenden Chancen für neue Geschäftsmodelle (GM) gaben den Anlass zum Projekt ‚GEMINI – Geschäftsmodelle für Industrie 4.0’.

„Für Unternehmen stellt sich die Herausforderung, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln, die sich bietenden, faszinierenden Möglichkeiten auszuschöpfen und aufkommende Gefahren zu umschiffen“, sagt Prof. Dr. Jan Wieseke (Foto), Professor für Vertriebsmanagement an der Ruhr-Universität Bochum. „Es besteht Handlungsbedarf bei der Entwicklung, Risikoabschätzung und Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle für die Industrie 4.0.“ Gemeinsam mit den Kooperationspartnern hat er ein Instrumentarium zur musterbasierten Entwicklung und Realisierung von GM im Kontext der Industrie 4.0 entwickelt.
Es besteht im Kern aus einem mehrstufigen Vorgehensmodell, das den Prozess von der Geschäftsideenfindung über die Geschäftsmodellentwicklung und das Risikomanagement bis hin zur Wertschöpfungsplanung abdeckt. Die einzelnen Aktivitäten des Vorgehensmodells werden durch IT-Werkzeuge unterstützt. Mithilfe des Instrumentariums können zunächst Geschäftsideen systematisch identifiziert und dokumentiert werden. Der zweite Schritt ist die Ausgestaltung des Geschäftsmodells. Dabei kann der Anwender des Instrumentariums auf eine umfangreiche Datenbank mit Geschäftsmodellmustern zugreifen. Anschließend erfolgen eine risikobasierte Geschäftsmodelladaption sowie die Planung des Wertschöpfungssystems. Mithilfe des Tools können dabei nicht nur neue Geschäftsmodelle entwickelt, sondern auch bestehende Geschäftsmodelle kritisch überprüft und angepasst werden. Die Validierung der wissenschaftlich fundierten Methoden erfolgte seit Juni 2014 durch Pilotprojekte mit verschiedenen Partnern aus der Industrie.

Vertriebsimpuls 161 Jan
Prof. Dr. Jan Wieseke, Professor für Vertriebsmanagement & Lehrstuhlinhaber am Sales & Marketing Department der Ruhr-Universität Bochum
© SMD/RUB


Das GEMINI-Instrumentarium wird auf der Online-Plattform www.innovations-wissen.de zur Verfügung gestellt.

Das Projekt GEMINI hatte ein Gesamtvolumen von 3,8 Mio. Euro und wurde Ende Mai 2017 erfolgreich abgeschlossen. Neben der Ruhr-Universität Bochum waren die Universität Paderborn als Konsortialführer sowie Atos IT Solutions and Services GmbH, CONTACT Software GmbH, Fraunhofer IPT, SLM Solutions Group AG und UNITY AG als Projektpartner beteiligt. Projektverantwortlich an der Ruhr-Universität Bochum waren Prof. Dr. Jan Wieseke, Lehrstuhlinhaber, und Lukas Isenberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Sales & Marketing Department der Ruhr-Universität Bochum.

Das Sales & Marketing Department widmet sich derzeit bereits verstärkt Fragestellungen zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Vertrieb. Künftig wird die Rolle des Vertriebs im Kontext der Industrie 4.0 und die damit einhergehenden Veränderungen ein wesentlicher Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung am Lehrstuhl sein.

Die Broschüre zum Projekt können Sie hier herunterladen: GEMINI-Broschüre