Forscher testen Wirtschaftsunterricht für Oberstufenschüler

17.07.2017

Erste RWI-Veranstaltung zum Thema „Ökonomie hautnah“ in Essen. Geteiltes Echo auf das Schulfach-Vorhaben des Landes - Bericht der WAZ

Was hat Elfmeterschießen mit Wirtschaft zu tun? Und kann es wirklich sein, dass der Vatikan die meisten Kriminellen hat? Mit Fragen wie diesen unter dem Motto „Ökonomie hautnah – Wirtschaft erleben“ wurden Schüler in Essen konfrontiert. Die Veranstaltung, die vom RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und dem Verein für Socialpolitik erstmals ausgerichtet wurde, diente als Testballon, Oberstufenschülern die Bandbreite der Ökonomie näherzubringen. Die neue Landesregierung will Wirtschaft als Schulfach einführen. Die rund 170 Schüler von Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs aus dem Ruhrgebiet ließen sich von RWI-Vizepräsident Thomas Bauer erklären, warum Statistiken sehr unterschiedlich gedeutet werden können. „Man sollte jegliche Statistik hinterfragen“, riet Bauer, der auch Beirats-Vorsitzender des Statistischen Bundesamts ist. Sein Beispiel für irreführendes Zahlenwerk: Weil der Vatikan wenige Einwohner habe, dort aber viele Touristen als Taschendiebe ihr Unwesen trieben, führe das Papst-Land die Kriminalitäts-Statistik an, obwohl es sicher weit gefährlichere Orte gebe. Generell sei es wichtig, Schülern mehr Wissen über Ökonomie zu vermitteln. „Ab der Oberstufe hielte ich es durchaus für nachdenkenswert, Wirtschaft als eigenes Fach zu unterrichten“, so Bauer, der damit in die Kerbe der neuen NRW-Landesregierung schlägt. Allerdings gab Bauer zu bedenken, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis die ersten für das Fach Wirtschaft ausgebildeten Lehrer unterrichten können. Wirtschaftliche Themen sollten seiner Meinung nach aber auch mehr Platz in anderen Fächern bekommen.

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