essa@work: Doktoranden und PostDocs diskutieren und netzwerken im Beckmanns Hof

14.03.2014

Doktoranden und PostDocs der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aus Deutschland, den Niederlanden und Schweden trafen sich vom 5.-bis 7. März an der Ruhr-Universität zum interdisziplinären Simulations-Workshop essa@work.


Das Besondere am Workshop: Auch Arbeiten im Frühstadium konnten vorgestellt werden, um sich ausführliches Feedback von den anderen Teilnehmer und zwei Experten – Prof. Michael Roos von der Ruhr-Universität und Prof. Klaus Troitzsch von der Universität Koblenz-Landau – zu holen. Organisiert hatte die Veranstaltung Anna Klabunde vom Lehrstuhl Makroökonomik der Ruhr-Universität; finanzielle Unterstützung gab es von der RUB Research School Plus.

Donnerstag nachmittag, kurz nach 16 Uhr: Matthias Lengnick von der Christian-Albrechts-Universität Kiel stellt sein Projekt „Microfounding the NKM Framework using ACE-SFC“ vor. Die Idee: Es soll überprüft werden, ob der Steady State eines Neu-Keynesianischen Makromodells auch mit einer anderen, agentenbasierten Mikrofundierung erreicht wird. Seine Umsetzung rationaler Erwartungen wird heftig diskutiert. Danach ist Johannes Muck von der Universität Düsseldorf an der Reihe. Er zeigt mit Hilfe seines agentenbasierten Simulationsmodells eines Mobilfunkanbieter-Marktes, dass sich ein kleiner Anbieter via On-net-off-net-Differenzierung durchsetzen kann, wenn einige Kunden nur lokale Informationen besitzen. Er fragt sich, wie er mit der Datenmenge umgehen soll, die sein Modell produziert. Die Teilnehmer geben Tipps und diskutieren, welche ökonometrischen Ansätze in Frage kommen.

Der Lehrstuhl Makroökonomik der Ruhr-Universität hat seit einigen Jahren einen Schwerpunkt im bereich agentenbasierter Simulations-Modelle. Diese Methode, die explizite Interaktion heterogener Agenten zulässt, wird zur Analyse komplexer Systeme verwendet; auch die Volkswirtschaft oder einzelne Märkte werden hierbei als komplexe Systeme verstanden.

Jeder der Teilnehmer des Workshops hat eine Stunde Zeit zur Verfügung, die er oder sie sich beliebig einteilen kann in Vortragszeit und Diskussionszeit.
Teilnehmer können Fragen stellen oder auf Wunsch des Vortragenden Feedback zu ganz konkreten Aspekten des Forschungsprojekts geben: Welche Programmiersprache soll ich am besten verwenden, um das umzusetzen? Kann ich das Endstadium der Simulation als „Steady State“ bezeichnen? Welche Ergebnisse sind die wirklich spannenden?

In Kleingruppen werden einzelne Themen schließlich vertieft. Fariba Karimi, Physikerin an der Umeå University in Schweden, erklärt Thorben Jensen vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, wie Diffusion in Netzwerken funktioniert, wenn diese auch eine zeitliche Dimension haben. Nebenan diskutieren drei Ökonomen, inwiefern man in agentenbasierten Modellen von „Gleichgewicht“ sprechen kann, und wie man dieses mit Methoden der Zeitreihenanalyse beschreiben kann.

Nach drei Tagen äußern sich die Teilnehmer zufrieden: Die meisten sind in ihrer Forschung einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Der nächste essa@work-Workshop findet auf der Konferenz der European Social Simulation Association in Barcelona statt; viele Teilnehmer werden sich dort wiedersehen.
RWI essa@work
Teilnehmer des Workshops